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ISEK Feldkirchen

Gemeinsam Ortschaft schaffen: Erarbeitung eines Ortsentwicklungskonzeptes für die Gemeinde Feldkirchen.

Wie stark wird oder soll die Gemeinde Feldkirchen in den nächsten Jahren wachsen? Welcher Bedarf an Wohnbauflächen, Wohnformen sowie an sozialer Infrastruktur ist daraus abzuleiten? Welche Möglichkeiten gibt es, die Aufenthalts- und Lebensqualität in den einzelnen Siedlungsbereichen der Gemeinde weiter zu entwickeln?

Dies sind nur einige der zentralen Fragen, mit denen sich das Ortsentwicklungskonzept der Gemeinde Feldkirchen beschäftigen wird. Das Konzept wird in den nächsten Monaten unter Mitwirkung der Regierung von Niederbayern, der Gemeinde Feldkirchen, den beauftragten Fachplanern und vor allem den Bürgerinnen und Bürgern der Gemeinde erarbeitet.

Seitens der Regierung von Niederbayern (Sachgebiet Städtebauförderung) wurden der Gemeinde Feldkirchen bereits umfangreiche Fördermittel zur Umsetzung von Maßnahmen in Aussicht gestellt. Voraussetzung dafür ist, dass die Gemeinde in einem schlüssigen Gesamtkonzept darlegt, wie sie sich in den nächsten 10 bis 20 Jahren weiter entwickeln möchte. In der Fachsprache nennt sich ein solches Konzept „Integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept“ – kurz ISEK. Integriert bedeutet dabei, dass die unterschiedlichsten Aspekte der Ortsentwicklung, wie bspw. die Gestaltung des öffentlichen Raums, die Wohnbaulandentwicklung, der Verkehr, die soziale Infrastruktur und die Entwicklung des Gewerbes in das Ortsentwicklungskonzept einbezogen werden.

Bereits jetzt zeichnen sich konkrete Projekte der Ortsentwicklung in der Gemeinde Feldkirchen ab, die im Rahmen des ISEK bearbeitet und dann umgesetzt werden sollen: Das Rathaus soll am bestehenden Standort energetisch saniert und an die aktuellen Nutzungsansprüche und Raumbedarfe angepasst werden. Im Zuge der Sanierung wird ein Bürgersaal entstehen, der für unterschiedliche Veranstaltungen genutzt werden kann, zudem wird der Jugendraum saniert. Im Umfeld des Rathauses wird der öffentliche Raum neugestaltet und ein „Bürgergarten“ für Veranstaltungen im Außenbereich soll entstehen. In der Ortsmitte sind die Planungen der katholischen Kirchenstiftung für den Neubau des Pfarrheimes, der mögliche Neubau der Grundschule, die Umnutzung der jetzigen Schule in einen Hort sowie eine Neugestaltung der öffentlichen Freibereiche aufeinander abzustimmen. Entstehen soll eine Ortsmitte, die zum Verweilen einlädt und in der vielfältige Aktivitäten des Gemeindelebens stattfinden können. Die Nachfrage nach Wohnraum und Wohnbauflächen in der Gemeinde Feldkirchen ist anhaltend hoch, jedoch verfügt die Gemeinde nur in einem sehr geringen Umfang über eigene Flächen. Geeignete Flächen für eine Wohnbaulandentwicklung sollen deshalb ermittelt und gemeinsam mit den Eigentümern sollen die Bereitschaft und die Möglichkeiten für eine Entwicklung geprüft werden.

Eine besondere Herausforderung stellt der Wohnpark Gäuboden dar. In dem ehemaligen Kasernenareal leben rund 500 Bewohner der Gemeinde Feldkirchen. Im Vergleich mit dem übrigen Gemeindegebiet sind ein sehr hoher Ausländeranteil und ein starker Wechsel der Bewohnerschaft festzustellen. Für die Gemeinde stellt dies insbesondere in Verbindung mit dem hohen Bedarf an Kinderbetreuungsplätzen, der aus dem Wohnpark entsteht, ein Problem dar. Das Ortsentwicklungskonzept wird in diesem Zusammenhang Möglichkeiten aufzeigen, wie über eine Sanierung und Neuordnung des Gebietes die sozialen Strukturen möglicherweise stabilisiert werden können. In den Ortsteilen der Gemeinde sollen Ansätze zur Stärkung der Dorfkerne und zum Umgang mit untergenutzter oder leerstehender Bausubstanz aufgezeigt werden.

Parallel zum ISEK führt die Gemeinde Feldkirchen im Hauptort und dem Ortsteil Mitterharthausen so genannte „vorbereitende Untersuchungen“ nach dem Baugesetzbuch durch. Diese vorbereitenden Untersuchungen sind notwendig, um bestimmte Bereiche des Gemeindegebietes später als Sanierungsgebiet förmlich festlegen zu können.

Ein Sanierungsgebiet dient dabei zum einen als Gebietsumgriff, in dem die Fördermittel der Städtebauförderung eingesetzt werden können. Deshalb verfügen auch die meisten bayerischen Gemeinden und Städte, die Städtebauförderungsmittel erhalten, über solche festgelegten Sanierungsgebiete. Für Hauseigentümer bieten sich in einem Sanierungsgebiet in der Modernisierung und Instandsetzung ihrer Gebäude unter anderem besondere steuerliche Vorteile. In den nächsten Monaten werden spezielle Informationsveranstaltungen für die Öffentlichkeit und die Grundeigentümer zu den Themen vorbereitende Untersuchungen und Sanierungsgebiet angeboten.

Eine Aufwertung der Gemeinde Feldkirchen kann freilich nur im einvernehmlichen Zusammenspiel zwischen der Gemeinde und den Bürgerinnen und Bürgern sowie den Grundeigentümern und Gewerbetreibenden gelingen. Unter dem Motto „Gemeinsam Ortschaft schaffen.“ werden in den nächsten Wochen und Monaten deshalb unterschiedliche Angebote zur Beteiligung und Information unterbreitet. Zu den nächsten Beteiligungsschritten gehören:

Im Rathaus der Gemeinde Feldkirchen liegen Postkarten aus, mit welchen von den Bürgerinnen und Bürgern erste Vorschläge für Themenschwerpunkte der Ortsentwicklung eingebracht werden können. Bis zum 1. März 2020 haben alle Bürgerinnen und Bürger die Möglichkeit, sich auf diesem Weg zu beteiligen.

Am 25. März 2020 findet in der Mehrzweckhalle der Grundschule in Feldkirchen, Hierlbacher Straße 2, um 18 Uhr die Auftaktveranstaltung zum Ortsentwicklungsprozess statt. Die Veranstaltung dient dem direkten Dialog der Fachplaner mit der Öffentlichkeit. Zu dieser Veranstaltung wird nochmals gesondert über Flyer, Plakate und die Lokalpresse eingeladen.

Im Zuge der vorbereitenden Untersuchungen erfolgt in der ersten Jahreshälfte 2020 eine kurze schriftliche Befragung der Haus- und Grundeigentümer im Untersuchungsgebiet. Ermittelt werden zum einen der Handlungsbedarf aus Sicht der Haus- und Grundeigentümer sowie grundlegende Planungsabsichten zum Umgang mit den eigenen Liegenschaften. Weitere Beteiligungsschritte werden folgen. In den nächsten Wochen wird ein Online-Portal zur interaktiven Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger eingerichtet. Die Gemeinde Feldkirchen wird über die Freischaltung des Beteiligungs-Portals informieren, sobald diese erfolgt ist. Als Ansprechpartner stehen zur Verfügung:

Gemeinde Feldkirchen:

Erste Bürgermeisterin
Barbara Unger
Telefon 09420 8402-15
bgm@feldkirchen-gemeinde.de

Geschäftsleiter Martin Hain
Telefon 09420 8402-16
martin.hain@feldkirchen-gemeinde.de

Planungsteam:

Salm & Stegen Geographen und Stadtplaner
Schirmer Architekten und Stadtplaner GmbH
wgf Landschaft Landschaftsarchitekten GmbH

Ansprechpartner:

Dr. Volker Salm
Telefon 0951 509829-14
salm@salm-stegen.de