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Dorferneuerung Mitterharthausen formell gestartet

Startschuss für die einfache Dorferneuerung Mitterharthausen

Der Leiter des Amtes für Ländliche Entwicklung Niederbayern (ALE), Roland Spiller, startete die einfache Dorferneuerung Mitterharthausen. Er überreichte dazu die Einleitungsurkunde an Feldkirchens Bürgermeisterin Barbara Unger, den beteiligten Planer Josef Steinbauer vom Büro KEB aus Straubing sowie an die Projektbegleiterin Cornelia Reiff vom ALE. Größtes Projekt ist die Sanierung, der Umbau und die Erweiterung des Dorfgemeinschaftshauses. "Als wichtiger Betrag zur Innenentwicklung des Dorfes soll es Treffpunkt für alle Einwohner sein, die in dem kleinen Dorf aus 22 verschiedenen Nationen kommen", so Spiller. Auch der geplante mehr GENERATIONEN-NATIONEN-Park im Umfeld des Dorfgemeinschaftshauses trägt zur Völkerverständigung bei. Wenn der Wasserzweckverband im Frühjahr die Wasserleitung im Ziehbrückenweg erneuert, sollen dabei auch barrierefreie Gehsteige errichtet werden.

Zur Durchführung der einfachen Dorferneuerung Mitterharthausen stellt das ALE Fördermittel von Europa, Bund und Land in Höhe von rund 250.000 Euro zur Verfügung. "Diese Mittel setzen wir genau für die Projekte ein, die Ergebnis einer intensiven Diskussion im Arbeitskreis sind", sagte Spiller vor Gemeinderäten und Dorfbewohnern. Das Amt fördert auch Maßnahmen im privaten Bereich, wie die Gestaltung der Vorbereichs- und Hofräume oder die Modernisierung und energetische Sanierung im Wohnbereich. Spiller: "Bei den privaten Maßnahmen sollte, wie bei den öffentlichen Maßnahmen auch, auf Barrierefreiheit geachtet werden!"

Feldkirchen ist Mitglied in der Integrierten Ländlichen Entwicklung ILE Gäuboden, in der seit Anfang 2012 Feldkirchen mit den Gemeinden Aiterhofen, Irlbach, Leiblfing, Oberschneiding, Salching und Straßkirchen kooperiert. Wird in der ILE über kommunale Grenzen zusammen gearbeitet, so stehen in Mitterharthausen der Austausch zwischen den Völkern und eine lebende Ortsmitte im Mittelpunkt.

Auftakt zur Dorferneuerung Mitterharthausen

Die Dorferneuerung dient der nachhaltigen Verbesserung der Lebens-, Wohn-, Arbeits- und Umweltverhältnisse.

Die Dörfer und Gemeinden sollen damit vor dem Hintergrund der aktuellen Herausforderungen -insbesondere des demografischen Wandels, des Strukturwandels in der Landwirtschaft und der Energiewende - auf künftige Erfordernisse vorbereitet werden. Dabei wird eine intensive Beschäftigung der Bürgerinnen und Bürger mit ihrem Lebensraum angestrebt und selbstverantwortliches Handeln auf dörflicher und gemeindlicher Ebene angeregt.

Durch die Dorferneuerung sollen
  • die örtlichen Rahmenbedingungen für die Landwirtschaft verbessert,
  • das Bewusstsein für die dörfliche Lebenskultur, den heimatlichen Lebensraum, die Nahversorgung sowie die Bereitschaft zur Zusammenarbeit in der Region vertieft,
  • die ökonomischen, ökologischen, sozialen und kulturellen Potentiale der ländlichen Räume gestärkt,
  • die Innenentwicklung der Dörfer und der sparsame Umgang mit Grund und Boden gefördert,
  • der eigenständige Charakter ländlicher Siedlungen und die Kulturlandschaft erhalten sowie
  • Beiträge zum Klimaschutz, zur Energiewende und zur Anpassung an den Klimawandel geleistet werden
Lebendige Dörfer durch aktive Bürger

Engagement und Förderung des Staates sind nur sinnvoll, wenn die Bevölkerung bereit ist, sich an der Gestaltung ihres Lebensraumes zu beteiligen. Die Erfahrung zeigt: Wenn die Bürger mitreden und mitentscheiden können, tragen sie auch die Ergebnisse des Veränderungsprozesses mit. Nur so werden nachhaltige Ergebnisse erzielt. Daher gilt der Grundsatz: „Ohne Bürgermitwirkung keine Dorferneuerung!" Die Einwohner sind bei der Dorferneuerung wichtige Ideengeber für die Gemeinde. Sie sollen sich einbringen und Vorschläge, Zustimmung aber auch Skepsis artikulieren -kurz: eine aktive Rolle bei der Dorferneuerung spielen. Träger der Dorferneuerung ist bei der einfachen Dorferneuerungen die Gemeinde. Die Gemeinde ist maßgeblich am Planungs- und Entscheidungsprozess beteiligt.    

Ein Gewinn für das Dorf und seine Menschen

Um ein Dorf fit für die Zukunft zu machen, müssen alle Aspekte seiner Entwicklung im Konsens der vielfältigen Interessen von Bürgern, der Dorfgemeinschaft und öffentlicher Anforderungen betrachtet werden. Auf diesen Ansatz ist das Bayerische Dorfentwicklungsprogramm für ganzheitliche Lösungen in Dörfern mit bis zu 2 000 Einwohnern ausgelegt. Dorferneuerungen können sich darüber hinaus auch auf Maßnahmen in kleinerem Umfang beschränken (Einfache Dorferneuerung).

Warum man von der Dorferneuerung profitiert
  • Der Wohn- und Lebensraum und das Ortsbild werden attraktiver
  • Eine leistungsfähige Infrastruktur entsteht
  • Die Innenentwicklung wird gestärkt und Flächenverbrauch vermieden
  • Standortbedingungen für landwirtschaftliche und gewerbliche Betriebe werden verbessert
  • Der Mut zu Investitionen wird geweckt - Grundlage für neue Arbeitsplätze
  • Handwerk und Baugewerbe profitieren von Aufträgen
  • Ökologische Defizite werden korrigiert
  • Energie wird eingespart und durch erneuerbare Energie entsteht zusätzliche Wertschöpfung
  • Aktive Bürger handeln selbstverantwortlich
  • Gemeinschaftsgeist und Identifikation mit dem Wohnort wachsen
  • Der eigenständige Charakter des Dorfes bleibt erhalten
  • Ein Entwicklungsgewinn von durchschnittlich 15 Prozent wird angestoßen
  • Die Zuschüsse lösen ein Siebenfaches an Investitionen aus
  • Die Ländliche Entwicklung begleitet die Projekte vor Ort und im Dialog
  • Die Ländliche Entwicklung leistet planerische, organisatorische und finanzielle Hilfen