8. November 2022

Aufruf zur Einreichung von Förderanfragen für Kleinprojekte

Der ILE-Zusammenschluss Gäuboden beabsichtigt für das Jahr 2023 beim Amt für Ländliche
Entwicklung (ALE) Niederbayern die Förderung eines Regionalbudgets nach den Finanzierungsrichtlinien
Ländliche Entwicklung (FinR-LE) in Höhe von 100.000 EUR zu beantragen.
Im Falle der Bewilligung durch das ALE erfolgt die Förderung nach den Bestimmungen der
Maßnahme 9.0 Regionalbudget im Förderbereich 1 „Integrierte Ländliche Entwicklung“ (ILE)
des Rahmenplans der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes“
(GAK) in der jeweils geltenden Fassung.


Der ILE-Zusammenschluss Gäuboden ruft unter dem Vorbehalt der Bewilligung durch das
ALE und unter Berücksichtigung der nachfolgend genannten Bedingungen zur Einreichung
von Förderanfragen
für Kleinprojekte im Rahmen des Regionalbudgets auf.
Dieser Aufruf umfasst ausschließlich Anfragen auf Förderung von Kleinprojekten, die unter
Berücksichtigung

  • der Ziele gleichwertiger Lebensverhältnisse einschließlich der erreichbaren Grundversorgung,
    attraktiver und lebendiger Ortskerne und der Behebung von Gebäudeleerständen,
  • der Ziele und Erfordernisse der Raumordnung und Landesplanung,
  • der Belange des Natur-, Umwelt- und Klimaschutzes,
  • der Reduzierung der Flächeninanspruchnahme,
  • der demografischen Entwicklung sowie
  • der Digitalisierung


den Zweck verfolgen, die ländlichen Räume als Lebens-, Arbeits-, Erholungs- und Naturräume
zu sichern und weiterzuentwickeln.


Kleinprojekte sind Projekte, deren förderfähige Gesamtausgaben 20.000 EUR nicht übersteigen.
Hierbei handelt es sich um Nettoausgaben. Zu beachten ist, dass alle den Zweck
der Förderung erfüllenden förderfähigen Nettoausgaben eines Projekts diese Höchstgrenze
nicht überschreiten dürfen. Andernfalls kann ein Vorhaben nicht mehr als Kleinprojekt gewertet
werden. In einem Aufruf kann pro Projekt nur ein Antrag eingereicht werden. Eine Aufteilung
von Projekten zur Unterschreitung der förderfähigen Gesamtausgaben ist nicht zulässig.

Voraussetzungen: Gefördert werden nur Kleinprojekte mit deren Durchführung noch nicht
begonnen wurde. Als Maßnahmenbeginn ist grundsätzlich bereits die Abgabe einer verbindlichen
Willenserklärung zum Abschluss eines der Ausführung zuzurechnenden Lieferungsund
Leistungsvertrags bzw. auch der Materialkauf für die beantragte Maßnahme zu werten.

Eine Maßnahme gilt nicht als begonnen, wenn der Vertrag ein eindeutiges und ohne finanzielle
Folgen bleibendes Rücktrittsrecht für den Fall der Nichtgewährung der beantragten Zuwendung
enthält oder unter einer aufschiebenden oder auflösenden Bedingung hinsichtlich
der Nichtgewährung der beantragten Zuwendung geschlossen wird.


Nicht als Beginn des Vorhabens gilt der Abschluss von Verträgen, die der Vorbereitung oder
Planung des Projekts (einschließlich der Antragvorbereitung und -erstellung) dienen. Bei
Baumaßnahmen gelten dementsprechend Planungsaufträge bis einschließlich Leistungsphase
7 HOAI, Baugrunduntersuchungen und Grunderwerb nicht als Beginn des Vorhabens,
es sei denn, sie sind alleiniger Zweck der Zuwendung. Auch das Herrichten des Grundstücks (z.B. Planieren) gilt nicht als Beginn des Vorhabens, wenn die Auftragsvergabe hierfür von
den weiteren Vergaben getrennt werden kann.


Bei Vorhaben zur Förderung von wirtschaftlichen Tätigkeiten sind die Bestimmungen der EU
zu De-minimis-Beihilfen (z. B. Gewerbe-De-minimis-Beihilfen) zu beachten. Nähere Informationen
zur Abwicklung von De-minimis-Beihilfen wie Verordnungen, Merkblätter, De-minimis-
Erklärungen sind auf der Internetseite des Bayerischen Staatsministeriums für Ernährung,
Landwirtschaft und Forsten zu finden.


Fördergegenstand: Förderfähig sind beispielsweise Kleinprojekte zur
a) Unterstützung des bürgerschaftlichen Engagements,
b) Begleitung von Veränderungsprozessen auf örtlicher Ebene,
c) Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit,
d) Verbesserung der Lebensverhältnisse der ländlichen Bevölkerung,
e) Umsetzung von dem ländlichen Charakter angepassten Infrastrukturmaßnahmen,
f) Sicherung und Verbesserung der Grundversorgung der ländlichen Bevölkerung.

Das Kleinprojekt muss so rechtzeitig umgesetzt werden, dass der Durchführungsnachweis
bis spätestens 01.10.2023 vorgelegt werden kann.

Zuwendungs- und Antragsberechtigte:
a) Juristische Personen des öffentlichen und privaten Rechts,
b) natürliche Personen und Personengesellschaften.


Art und Umfang der Förderung: Die Zuwendung wird als Zuschuss im Wege der Anteilfinanzierung
gewährt. Die tatsächlich entstandenen Nettoausgaben (Bruttoausgaben abzüglich
Umsatzsteuer, Skonti, Boni und Rabatte) werden mit bis zu 80 % bezuschusst, maximal
jedoch mit 10.000 EUR und unter Berücksichtigung der im privatrechtlichen Vertrag (siehe
unten) festgelegten maximalen Zuwendung. Kleinprojekte mit einem Zuwendungsbedarf unter
500 EUR werden nicht gefördert.


Die gleichzeitige Inanspruchnahme von Zuwendungen aus anderen Förderprogrammen ist
zulässig, soweit dies dort nicht ausgeschlossen ist. Die Summe der Zuwendungen (Zuschüsse
und Förderdarlehen) darf jedoch bei öffentlichen und gemeinschaftlichen Maßnahmen
90 %, bei privaten Maßnahmen 80 % der zuwendungsfähigen Ausgaben nicht überschreiten.
Eine zusätzliche Förderung über die FinR-LE oder die Dorferneuerungsrichtlinien
zum Vollzug der Bayerischen Dorfentwicklungsprogramms (DorfR) ist nicht erlaubt.
Eine Kombination der Fördermöglichkeiten des Regionalbudgets und des „Verfügungsrahmens
Ökoprojekte“ ist nicht möglich.


Ein Anspruch auf Gewährung einer Zuwendung besteht nicht. Die Zuwendung ist nicht auf
Dritte übertragbar.


Antrags- und Auswahlverfahren: Mit dem Regionalbudget können Kleinprojekte durchgeführt
werden, die der Umsetzung des Integrierten Ländlichen Entwicklungskonzepts dienen
und im Gebiet des ILE-Zusammenschlusses liegen. Die Auswahl der Kleinprojekte erfolgt
durch ein Entscheidungsgremium, das sich aus Vertretern regionaler Akteure zusammensetzt

Kriterien zur Projektauswahl:
Kriterium Bewertungsinhalt Punkte
1 Bedeutung für die ILE 3
2 Gemeinwohl 3
3 Ortsentwicklung 3
4 Kreativität, Stärkung von Tradition 3
5 Naherholung, Ökologie und Nachhaltigkeit 3
6 Einbeziehung der Bürger, Ehrenamt, sozialer Zusammenhalt 3

KriteriumBewertungsinhaltPunkte
1Bedeutung für die ILE3
2Gemeinwohl3
3Ortsentwicklung3
4Kreativität, Stärkung von Tradition3
5Naherholung, Ökologie und Nachhaltigkei3
6Einbeziehung der Bürger, Ehrenamt, sozialer Zusammenhalt3


Alle eingereichten Projektanträge werden auf Einhaltung der Fördervoraussetzungen geprüft
und anhand der genannten Auswahlkriterien bewertet. Aus der Bewertung aller Projekte entsteht
die Reihenfolge der zu unterstützenden Projekte im Rahmen des zur Verfügung stehenden
Regionalbudgets.


Nach einer positiven Auswahlentscheidung wird ein privatrechtlicher Vertrag zwischen dem
ILE-Zusammenschluss Gäuboden und dem Träger des ausgewählten Kleinprojekts geschlossen,
in dem die Umsetzungsmodalitäten geregelt werden.


Termine:

  • Abgabe der Förderanfragen spätestens am: 28.02.2023
  • Spätester Termin der Abrechnung mit der verantwortlichen Stelle des ILEZusammenschlusses
    (Vorlage des Durchführungsnachweises): 01.10.2023


Das erforderliche Antragsformular und das Merkblatt mit ergänzenden Hinweisen stehen
im Internet-Förderwegweiser des Bayerischen Staatsministeriums für Ernährung, Landwirtschaft
und Forsten (StMELF) unter www.stmelf.bayern.de/foerderwegweiser (Link: Ländliche
Entwicklung  Regionalbudget) zur Verfügung.


Anfragen auf Förderung sind an folgende Adresse zu richten:
Verantwortliche Stelle des ILE-Zusammenschlusses:

Gemeinde Feldkirchen
Bürgermeisterin Barbara Unger
Hauptstraße 29
94351 Feldkirchen


Als Ansprechpartner steht zur Verfügung:
Rothkopf-Projektmanagement
Rathausgasse 5
94481 Grafenau
Tel: 0151 56356565